Optionen handeln

Optionshandel lernen: Optionen handeln für Anfänger

Zuletzt aktualisiert am 14. September 2026

Absicherung, Zusatzrendite, Spekulation: Keine Anlageklasse ist flexibler als Optionen. Kein Wunder, dass so viele Investoren den Optionshandel lernen möchten. Leider erschweren Fachbegriffe und Besonderheiten den Einstieg.

Wir erklären dir in diesem Tutorial die Grundlagen, zeigen dir das wichtigste Vokabular und führen dich Schritt für Schritt zum ersten Optionsgeschäft.

Das Wichtigste in Kürze
  • Optionen sind Handelsverträge, bei denen der Käufer ein Wahlrecht hat: Er kann den Vertrag am Ende der Laufzeit ausführen oder verfallen lassen.
  • Der Verkäufer muss dieser Entscheidung folgen, wird dafür aber mit einer Prämie belohnt.
  • Du kannst Tausende Basiswerte handeln und Optionen kombinieren, die Möglichkeiten sind nahezu endlos.
  • Wir zeigen dir mit dem Cash Secured Put eine Strategie, die sich für den Einstieg eignet, und sagen dir, wo dabei das eigentliche Risiko sitzt.

Grundlagen: Was sind Optionen und wie funktionieren sie?

Bevor wir uns mit dem Optionshandel befassen, zuerst die Frage, was Optionen überhaupt sind:

  • Eine Option stellt einen Handelsvertrag zwischen zwei Partnern dar.
  • Der Inhalt ist genau festgelegt: Art des Geschäfts (Kauf oder Verkauf), das zu handelnde Objekt (zum Beispiel eine Aktie), Zeitpunkt und Preis.
  • Der Handelszeitpunkt liegt immer in der Zukunft.
  • Optionen sind genormte Verträge, die an speziellen Optionsbörsen gehandelt werden.

Eine Option ist also ein Versprechen, einen Handel in der Zukunft abzuschließen. Damit ähneln die Optionskontrakte auf den ersten Blick den Futures und vergleichbaren Verträgen. Doch es gibt einen wichtigen Unterschied: Die beiden Vertragspartner sind beim Optionshandel nicht gleichgestellt.

OptionskäuferOptionsverkäufer
erwirbt das Recht, nicht aber die Pflicht, das vereinbarte Geschäft durchzuführenmuss das Geschäft durchführen, wenn der Käufer dies wünscht
befindet sich in einer privilegierten Positionbefindet sich in einer benachteiligten Position
muss für dieses Privileg eine Prämie zahlenerhält für diesen Nachteil eine Prämie
die Prämie ist in jedem Fall zu zahlen, egal ob das Geschäft durchgeführt wirddie Prämie darf er in jedem Fall behalten, egal ob das Geschäft durchgeführt wird

Es gibt zwei Arten von Optionen:

  • Call-Optionen: Vertragsinhalt ist der Kauf eines Assets zum vereinbarten Zeitpunkt und Preis. Der Besitzer hat das Recht, ein Asset zu kaufen.
  • Put-Optionen: Vertragsinhalt ist der Verkauf eines Assets zum vereinbarten Zeitpunkt und Preis. Der Besitzer hat das Recht, sein Asset zu verkaufen.

Damit ein solches Geschäft zustande kommt, braucht es immer zwei Parteien: den Optionskäufer und den Optionsverkäufer. Die strategischen Möglichkeiten entstehen dadurch, dass du beide Positionen einnehmen kannst.

Als Käufer hast du das Recht, den vertraglich festgelegten Handel auszuführen. Sollte sich das Geschäft nicht mehr für dich lohnen, kannst du auf die Ausübung verzichten. Für dieses Wahlrecht zahlst du eine Prämie.

Als Verkäufer hast du kein Wahlrecht. Entscheidet sich die Gegenpartei für die Ausführung, musst du deinen vertraglichen Pflichten nachkommen. Als Entschädigung für diese nachteilige Position erhältst du eine Prämie vom Käufer.

Wann verlangt ein Käufer die Ausführung? Das hängt vom Kurs des Basiswerts ab. Der Basiswert ist das Objekt, das gehandelt wird, zum Beispiel eine Aktie, ein Rohstoff, eine Währung oder eine Anleihe. Alle Basiswerte haben eines gemeinsam: Sie werden an Börsen gehandelt und haben einen schwankenden Preis.

Gut zu wissen

Alle Optionskontrakte sind genormt und haben eine festgelegte Größe. Beim Handel mit Aktienoptionen umfasst eine Option immer 100 Aktien. Ein Put mit $0,25 Prämie bringt also $25, und ein Strike von $85 bedeutet eine Verpflichtung über $8.500.

Der Optionskäufer verlangt die Ausübung, wenn sich der Kurs des Basiswerts positiv für ihn entwickelt hat. Hat sich der Preis ungünstig entwickelt, verzichtet er darauf, und der Kontrakt verfällt.

Aus den beiden Optionsarten und den beiden möglichen Positionen entstehen vier Varianten:

  • Long Call: Vertrag über den Kauf eines Assets. Du bist der Käufer dieser Option und erwirbst das Recht, das Asset zum vereinbarten Preis von der Gegenseite zu kaufen.
  • Long Put: Vertrag über den Verkauf eines Assets. Du bist der Käufer dieser Option und erwirbst das Recht, das Asset zum vereinbarten Preis an die Gegenseite zu verkaufen.
  • Short Call: der Gegenpart des Long Calls. Der Verkäufer verpflichtet sich, das Underlying im Fall einer Ausübung zu liefern.
  • Short Put: der Gegenpart des Long Puts. Der Verkäufer verpflichtet sich, das Underlying im Fall einer Ausübung zu kaufen.
Die vier Grundpositionen: Long Call, Long Put, Short Call und Short Put mit Recht, Pflicht und Verlustprofil
Die vier Grundformen: Zu unterscheiden ist, ob der Inhalt ein Kauf (Call) oder Verkauf (Put) ist und ob du als Käufer (Long) oder Verkäufer (Short) auftrittst.

Beispiele für den Optionshandel

Am einfachsten lassen sich die Varianten anhand konkreter Beispiele verstehen.

1. Long Call

Mit dieser Option erwirbst du das Recht, ein Asset zum vereinbarten Preis zu kaufen. Ein typisches Anwendungsbeispiel ist die Spekulation auf steigende Preise:

  • Du erwartest, dass die Apple-Aktie an Wert zulegt, und möchtest davon profitieren.
  • Gleichzeitig willst du kein allzu großes Risiko eingehen und entscheidest dich für einen Long Call.
  • Die Apple-Aktie steht bei $195. Du erwirbst einen Long Call mit Strike $195, Laufzeit ein Monat.
  • Für den Kauf entrichtest du eine Prämie. Dieses Geld geht an den Optionsverkäufer und ist in jedem Fall für dich weg.

Du besitzt nun das Recht, die Apple-Aktie in einem Monat für $195 pro Stück zu kaufen. Es gibt zwei mögliche Ergebnisse:

  1. Die Apple-Aktie steigt und liegt nach einem Monat bei $220. Du machst von deinem Optionsrecht Gebrauch, kaufst sie für $195 und veräußerst sie an der Börse für $220. Die Differenz von $25 pro Aktie ist nach Abzug von Brokerkosten und Prämie dein Gewinn. Alternativ hältst du sie im Portfolio.
  2. Die Apple-Aktie steigt nicht über $195. Die Ausübung würde sich nicht lohnen, du lässt die Option verfallen. Die gezahlte Prämie ist dein Verlust, und der ist deutlich geringer als bei einem direkten Aktienkauf.

2. Short Call

Der Short Call ist das Gegenstück: Du nimmst die Rolle des Verkäufers ein und gewährst der Gegenseite das Recht, ein Asset von dir zu kaufen. Typisch ist der Einsatz für ein Zusatzeinkommen aus vorhandenen Aktien:

  • Du besitzt Apple-Aktien und rechnest damit, dass sie in naher Zukunft nicht merklich steigen.
  • Damit sie nicht ungenutzt herumliegen, verkaufst du eine Call-Option auf sie, den Covered Call.
  • Der aktuelle Kurs beträgt $195. Du verkaufst eine Option mit Strike $200, Laufzeit ein Monat.
  • Dafür erhältst du eine Prämie gutgeschrieben, die du in jedem Fall behalten darfst.
  1. Der Preis bleibt unter $200. Die Gegenseite verzichtet auf die Ausübung, an der Börse sind die Papiere günstiger zu haben. Die Aktien bleiben bei dir, die Prämie ist dein Gewinn.
  2. Der Preis steigt über $200. Die Gegenseite verlangt die Ausübung, du verkaufst zum vereinbarten Kurs. Du machst einen theoretischen Verlust, weil du an der Börse mehr bekommen hättest. $200 pro Aktie sind dir aber sicher, plus Prämie.
Achtung

Ein nackter Short Call hat ein erhebliches Risiko, wenn du das Asset nicht besitzt. Der Kurs könnte massiv steigen, und bei Ausübung müsstest du teuer an der Börse einkaufen und liefern. Theoretisch entsteht so ein unbegrenzter Verlust. Diese Form braucht immer eine Absicherung.

3. Long Put

Beim Long Put ist der Vertragsgegenstand der Verkauf eines Assets. Du trittst als Käufer auf und sicherst dir das Recht, dein Asset zu einem vereinbarten Preis zu veräußern:

  • Du befürchtest, dass deine Apple-Aktien an Wert verlieren, und möchtest dich absichern.
  • Ein Verkauf ist dir zu weitgehend, immerhin könnten die Aktien doch noch zulegen.
  • Du kaufst eine Put-Option und sicherst dir einen Verkaufspreis zu.
  • Die Aktien stehen bei $190, für die Absicherung wählst du einen Strike von $180.
  • Für den Kauf entrichtest du eine Prämie, die in jedem Fall weg ist.
  1. Der Kurs sinkt auf $160. Du übst aus und verkaufst für die vereinbarten $180. Damit hast du deinen Verlust begrenzt und $20 pro Aktie mehr erlöst als ohne den Kontrakt, abzüglich Prämie und Brokerkosten.
  2. Der Kurs bleibt über $180. Ein Verkauf zu $180 wäre unsinnig, an der Börse bekommst du mehr. Du lässt den Put verfallen, die Prämie ist dein Verlust.

4. Short Put

Das Gegenstück zum Long Put: Du trittst als Verkäufer auf. Eine andere Person erwirbt das Recht, ein Asset zum vereinbarten Preis an dich zu verkaufen. Kommt es zur Ausübung, musst du kaufen. Short Puts kommen zum Einsatz, wenn du eine Aktie zum Portfolio hinzufügen möchtest:

  • Du möchtest Apple-Aktien kaufen und den Einkauf lukrativer gestalten.
  • Die Papiere stehen bei $195. Du verkaufst einen Short Put mit Strike $190, Laufzeit ein Monat.
  • Du erhältst eine Prämie, die du in jedem Fall behalten darfst.
  1. Der Kurs bleibt über $190. Die Gegenseite verzichtet auf die Ausübung. Du erhältst die Aktien nicht, die Prämie ist dein Gewinn.
  2. Der Kurs sinkt unter $190. Dein Vertragspartner verlangt die Ausübung und verkauft dir die Papiere. Je nachdem, wie tief der Preis gefallen ist, machst du einen mehr oder weniger großen Verlust, weil die Aktien an der Börse weniger wert sind, als du gezahlt hast. Du hast nun aber die gewünschten Titel im Portfolio und zusätzlich die Prämie verdient.
Gewinn- und Verlustdiagramm eines Short Put mit Strike 100 und 300 Dollar Prämie
Beim Short Put endet der Gewinn bei der Prämie, der Verlust läuft nach unten linear mit dem Kurs weiter. Der Break-even liegt hier bei $97.
Achtung

Ein nackter Short Put hat ein erhebliches Risiko: Fällt der Preis des Assets stark, bist du trotzdem zum Kauf verpflichtet. Diese Art von Optionshandel gehört immer mit einer Absicherung oder mit echter Kaufabsicht umgesetzt.

Die wichtigsten Begriffe im Überblick

Einer der Gründe, warum der Optionshandel als undurchsichtig gilt, ist die großzügige Verwendung von Fachbegriffen. In diesem Glossar stehen die wichtigsten.

Glossar

Basiswert / Underlying
Der eigentliche Vertragsgegenstand einer Option, also das, was gehandelt wird: eine Aktie, Anleihen, Rohstoffe oder Fremdwährungen. Auch Optionen auf einen Index wie den S&P 500 sind beliebt, etwa zur Absicherung von Dividendenportfolios. Wie das funktioniert, steht in Portfolio absichern mit Put-Optionen.

Call
Das Kaufrecht bei einer Optionsausübung. Der Käufer erwirbt damit das Recht, den Basiswert zu kaufen.

Put
Das Verkaufsrecht bei einer Optionsausübung, also das Recht, einen Basiswert zu verkaufen.

Stillhalter
Der Verkäufer der Option. Er muss stillhalten und abwarten, ob der Käufer von seinem Ausübungsrecht Gebrauch macht. Über die Ausübung hat er keine Entscheidungsgewalt.

Ausübungspreis / Strike
Der im Kontrakt vereinbarte Preis des Assets. Dieses Kursniveau bestimmt auch, ob eine Ausübung sinnvoll ist.

Optionsprämie
Der Preis der Option. Der Stillhalter erhält sie dafür, dass er das Risiko übernimmt.

Restlaufzeit
Eine Option ist ein Termingeschäft und hat ein Fälligkeitsdatum. Die verbleibende Zeit bis dahin ist die Restlaufzeit, zum Beispiel 20, 50 oder 100 Tage.

Verfallstermin
Der Tag, an dem die Option verfällt. Für Aktienoptionen ist das in der Regel der dritte Freitag eines Monats. Viermal im Jahr fallen an diesem Tag Index-Futures, Index-Optionen und Aktienoptionen zusammen. Man spricht dann vom dreifachen Hexensabbat, im März, Juni, September und Dezember. An diesen Tagen ist mit erhöhten Umsätzen und stärkeren Kursausschlägen zu rechnen.

Ausführung (Exercise)
Die Durchführung des vereinbarten Handels zum festgelegten Strike. Ob ausgeführt wird, entscheidet der Optionskäufer.

Optionsrecht
Die Wahl des Käufers, den Kontrakt auszuüben oder wertlos verfallen zu lassen.

Assignment
Die Anweisung an den Verkäufer, die vereinbarte Leistung zu erbringen. An den Optionsbörsen läuft das automatisch, sobald die Option im Geld steht und der Käufer ausübt.

Moneyness
Das Verhältnis von Kurs des Basiswerts zum Strike. Es entscheidet darüber, ob eine Option einen inneren Wert hat.

Der Preis einer Option und die Moneyness

Unter Moneyness versteht man den inneren Wert einer Option. Je nachdem, bei welchem Kurs der Basiswert steht und welcher Strike gewählt wurde, kann ein Kontrakt einen inneren Wert haben oder wertlos sein.

Einfacher wird das Konzept mit der Frage: Würde sich eine sofortige Ausübung lohnen?

  1. Ist das Verhältnis von Kurs und Strike günstig, hat der Kontrakt einen inneren Wert. Bei sofortiger Ausübung würde der Inhaber einen Gewinn erzielen, die Option ist im Geld.
  2. Bei einem ungünstigen Verhältnis ist die Option aus dem Geld. Der Inhaber würde keinen Gewinn erzielen.
  3. Am Geld ist eine Option, wenn Kurs und Strike ungefähr gleich sind.

Einen negativen inneren Wert gibt es nicht, die kleinste Größe ist null.

Ein weiterer Faktor ist die Restlaufzeit: Je mehr Zeit bleibt, desto mehr Raum hat der Basiswert für Bewegung. Innerer Wert und Zeitwert zusammen bestimmen den Preis eines Kontrakts. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Bildung des Optionspreises.

Beispiel für den inneren Wert einer Call-Option

Der innere Wert einer Call-Option ist der aktuelle Preis des Underlyings abzüglich des Strikes. Bei der Apple-Aktie zu $195 hätte eine Call-Option mit Strike $200 keinen inneren Wert, denn 195 minus 200 ergibt einen negativen Wert.

Eine Option weit aus dem Geld besitzt trotzdem noch Zeitwert. Der Kurs müsste sich stark in Richtung des Strikes bewegen, bevor ein innerer Wert entsteht. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist gering, und deshalb ist der Verkauf solcher Kontrakte beliebt: Er funktioniert auch bei gleichbleibendem Kurs. Wo dabei das Risiko liegt, rechnen wir weiter unten vor.

Die Optionsgriechen

Für zusätzliche Verwirrung sorgen die Optionsgriechen. Es handelt sich um Kennzahlen, die verschiedene Einflussfaktoren auf den Optionspreis abbilden. Die wichtigsten sind Delta, Gamma, Theta, Vega und Rho.

In unserem Beitrag zu den Optionsgriechen erfährst du mehr. Wenn du den Optionshandel gerade erst lernst, genügt es zunächst zu wissen, dass diese Zahlen den Optionspreis beeinflussen. Später, bei komplexeren Strategien, sind sie von erheblicher Bedeutung.

Eine Ausnahme gibt es: Vega solltest du von Anfang an lesen können, weil es bei Stillhalter-Positionen den meisten Schaden anrichtet. Warum, steht im nächsten Abschnitt.

Wo Einsteiger zu viel Risiko einkaufen

Der übliche Einstieg ist der Cash Secured Put. Um das Risiko klein zu halten, wählen viele einen Strike weit unter dem Kurs, typischerweise bei einem Delta von 10. Die Trefferquote sieht damit nach 90 Prozent aus, und genau darin liegt die Falle.

Rechne die Position durch. Die Aktie steht bei $100, du verkaufst einen Put mit Strike 85 und bekommst $0,25 Prämie. Das Vega dieser Option liegt bei 0,12.

Normalisiertes Vega im Vergleich: 48 Prozent beim Delta-10-Put gegen 13,3 Prozent beim Put am Geld
Vega ins Verhältnis zur Prämie gesetzt: Der Put weit aus dem Geld reagiert dreieinhalbmal so stark auf Volatilität wie der Put am Geld.

0,12 geteilt durch 0,25 sind 48 Prozent. Steigt die implizite Volatilität um einen einzigen Prozentpunkt, kostet der Put $0,37 statt $0,25. Du sitzt auf einem Buchverlust von fast der Hälfte deiner Prämie, und der Aktienkurs hat sich nicht bewegt. Wir nennen diese Kennzahl normalisiertes Vega.

Beim Put am Geld mit Delta 50 liegt derselbe Wert bei 13,3 Prozent: 0,40 Vega gegen $3,00 Prämie. Die vermeintlich sichere Position reagiert also dreieinhalbmal so heftig auf Volatilität wie die riskant aussehende.

Im März 2025 haben wir einen Delta-10-Put auf den SPY mit Strike 490 und 64 Tagen Laufzeit für $360 Prämie beobachtet. Im Zuge des Zollstreits stieg der Preis dieser Option auf $2.600, also auf mehr als das Siebenfache. Ein einziger solcher Fall macht eine ganze Serie kleiner Prämien zunichte.

Deshalb handeln wir Cash Secured Puts näher am Geld, mit einem Delta zwischen 30 und 50 je nach Marktlage und Depotgröße. Der Zeitwertverfall arbeitet stärker für uns, die Anfälligkeit gegenüber Volatilität ist niedriger, und der mögliche Gewinn ist höher. Teurer wird die Position dadurch auch, und das begrenzt die Stückzahl. Wer sich übernimmt, hat das Problem an anderer Stelle wieder.

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Verwechslungsgefahr: Optionen oder Optionsscheine?

Neben Optionen ist auch der Handel mit Optionsscheinen weit verbreitet. Es handelt sich ebenfalls um ein Derivat, sein Preis hängt also von einem anderen Produkt ab. Es gibt weitere Gemeinsamkeiten:

  • Beide Instrumente lassen sich auf verschiedene Underlyings handeln.
  • Beide haben eine Restlaufzeit und damit einen Verfallstermin.
  • Beide sind von Einflussfaktoren wie Delta, Zeitwert und innerem Wert abhängig.
  • Call und Put sind jeweils möglich.
  • Mit beiden kannst du auf fallende und steigende Kurse setzen.

Doch es gibt erhebliche Unterschiede, die du kennen solltest:

Option und Optionsschein im Vergleich: Herausgeber, Handelsplatz, Gegenpartei, Preisbildung und Gewinn im Seitwärtsmarkt
Option und Optionsschein unterscheiden sich in sieben Punkten. Der wichtigste ist die Gegenpartei.

Der Optionsschein

Ein Optionsschein wird von einer Bank oder einem Wertpapierhaus herausgegeben. Es handelt sich um eine Schuldverschreibung dieses Herausgebers. Geht das Finanzinstitut insolvent, ist auch der Optionsschein wertlos. Damit besteht ein zusätzliches Risiko, das es beim regulären Optionshandel nicht gibt.

Weitere Besonderheiten:

  • Optionsscheine sind nicht standardisiert. Jeder unterscheidet sich, abhängig davon, welches Wertpapierhaus ihn auflegt.
  • Du kannst solche Produkte nur kaufen, Verkäufer ist immer die Bank. Der Handel als Stillhalter ist unmöglich.
  • Von fallenden und steigenden Kursen kannst du profitieren, von gleichbleibenden nicht.
  • Beim Kauf handelst du immer gegen das emittierende Institut. Wären Optionsscheine ein lukratives Investment, würden die Banken sie kaum herausgeben.
  • Der Kurs wird vom Herausgeber bestimmt.

Im Gegenzug sind Optionsscheine einfacher: Du brauchst keinen speziellen Broker, fast jeder Neobroker hat sie im Programm, und die Kosten pro Handel sind meist niedriger als bei einer echten Option. Ein simples Instrument für Zocker, einfach zugänglich und riskant.

Die Option

Optionen sind ein offiziell an den Terminbörsen gehandeltes Produkt, das von der Börse selbst aufgelegt wird. Die Gegenseite ist ein Stillhalter, keine Bank.

Die ausreichende Liquidität von Stillhalter und Optionsbesitzer wird über die Sicherheitseinlage, die Margin, garantiert. Im Zweifel haftet der Broker für Zahlungsschwierigkeiten der Kunden. Da die Kurse von einer unabhängigen Börse zentral verwaltet werden und die Liquidität hoch ist, sind Preismanipulationen nahezu unmöglich.

Der Handel mit Optionen ist damit flexibel, genormt und auch bei gleichbleibenden Märkten nutzbar. Optionen lassen sich zum Hedging verwenden, für den lukrativen Einkauf über einen Cash Secured Put und für vieles mehr.

Mit der strategischen Tiefe kommt die höhere Komplexität. Das macht den Einstieg schwerer und lässt Optionsscheine oft als bessere Alternative erscheinen, mit fatalen Folgen für leichtgläubige Anleger.

Optionen handeln in der Praxis

Nach den Grundlagen wird es Zeit für die Praxis: Ausführung, Broker, Kapital, Kosten und Strategien.

Wo kann ich Optionen handeln?

Käufer und Verkäufer treffen sich an einer Terminbörse. Dort wird die Option abgeschlossen und sichergestellt, dass alle Voraussetzungen erfüllt sind.

  • Weltweit führend bei Aktien- und Indexoptionen ist die CBOE, die Chicago Board Options Exchange. Bei Futures liegt die CME Group vorn.
  • Auch an anderen Handelsplätzen wie der European Exchange (Eurex) sind solche Geschäfte möglich.

Die Vertragsbestandteile sind standardisiert. Vorab festgelegt sind die Kontraktgröße, der Liefertermin und der Strike. Alle Informationen stehen in deiner Handelssoftware, geliefert von deinem Broker. Prüfe sie genau, bevor du eine Position eröffnest.

Wann wird meine Option ausgeübt?

Beim Einstieg wirst du über die Bezeichnungen amerikanisch und europäisch stolpern. Sie haben nichts mit der Herkunft zu tun, sondern bezeichnen die Ausübungsmethode.

  • Amerikanisch: Der Käufer kann die Ausübung jederzeit verlangen und muss nicht bis zum Laufzeitende warten. Das ist ein strategischer Vorteil für ihn und ein Nachteil für den Verkäufer, weshalb die Prämien in der Regel etwas höher ausfallen. Praktisch relevant ist die vorzeitige Ausübung vor allem bei Puts und bei Calls kurz vor einem Dividendentermin.
  • Europäisch: Die Ausübung ist erst zum Laufzeitende möglich. Diese Optionen sind günstiger.

Am letzten Tag wird der Kontrakt abgewickelt. War der Basiswert ein Index, gibt es einen Barausgleich. Beachte: Das letzte Handelsdatum und das Fälligkeitsdatum können sich vor allem bei Future-Optionen unterscheiden. Liegt das letzte Handelsdatum davor, können über Nacht noch Veränderungen auftreten. Mehr dazu unter Wann können Optionen ausgeübt werden.

Welchen Broker sollte ich nutzen?

Um Optionen zu handeln, brauchst du einen Broker mit Zugang zu den Optionsbörsen. Das trifft nur auf wenige Anbieter zu, die günstigen Neobroker fallen hier raus.

Bekannte Broker für den Optionshandel sind zum Beispiel CapTrader, Tastytrade, Charles Schwab und Interactive Brokers.

Ein wichtiger Faktor sind die Kosten pro Trade. Viele deutsche Banken scheiden aus, weil sie sehr hohe Gebühren verlangen. Hohe Kosten greifen deine Rendite an, besonders bei Einkommensstrategien mit vielen Kontrakten und kleinen Gewinnen. Nimm dir Zeit für die Auswahl. Viele Broker bieten Paper-Accounts, in denen du mit Spielgeld erste Erfahrungen sammelst.

Wie viel Kapital brauche ich, und was blockt der Broker?

Beim Kapitalbedarf wird oft mit kleinen Zahlen geworben. Rechne selbst: Eine Aktienoption umfasst 100 Aktien. Ein Put mit Strike 85 bedeutet eine mögliche Andienung über $8.500. Steht dein Konto bei $10.000, ist diese eine Position dein ganzes Depot.

Dazu kommt die Margin. Sobald du eine Option verkaufst, blockt der Broker einen Betrag als Sicherheit. Der ist nicht fix, er hängt am Basiswert, an der Volatilität und am Margin-Modell deines Brokers. Bei einem Cash Secured Put im engeren Sinn hältst du den vollen Strike-Betrag vor, hier also $8.500. Viele Depots arbeiten stattdessen mit Portfolio Margin und blocken deutlich weniger. Dann ist der Put faktisch nicht mehr cash-gedeckt, und im Fall einer Andienung kaufst du die Aktien auf Kredit.

Die zweite Rechnung, die dazugehört: Deine Rendite bemisst sich an der geblockten Margin, nicht an der Prämie. $300 Prämie auf $8.500 gebundenes Kapital in 45 Tagen sind rund 3,5 Prozent. Diese Zahl gilt für den Fall, dass nichts passiert, und sie sagt nichts über die Verlustseite.

Praktisch heißt das für den Start: Rechne mit dem Strike, nicht mit der Margin. Und prüfe, wie viele Positionen du gleichzeitig tragen könntest, wenn alle gleichzeitig angedient werden. Diese Zahl ist bei den meisten Einsteigern kleiner als gedacht.

Was kostet ein Optionstrade?

Drei Posten fallen an: die Kommission pro Kontrakt, Börsen- und Regulierungsgebühren sowie der Spread zwischen Bid und Ask. Bei Stillhalter-Strategien schlagen sie stärker durch als bei Aktienkäufen, weil du viele Positionen mit kleinen Prämien handelst.

Ein Beispiel: Nimmst du $25 Prämie ein und zahlst $3 für die Eröffnung und $3 für den Rückkauf, sind 24 Prozent der Einnahme weg. Bei $300 Prämie sind es 2 Prozent. Billige Optionen weit aus dem Geld haben also neben dem Vega-Problem auch eine schlechte Kostenquote.

Der Spread wird oft übersehen. Bei liquiden Basiswerten liegt er im Cent-Bereich, bei Nebenwerten kann er einen erheblichen Teil der Prämie ausmachen. Handle deshalb Basiswerte mit ausreichendem Volumen und arbeite mit Limit-Orders.

Wie handele ich meine erste Option?

Hast du einen Broker ausgewählt und das Konto eröffnet, musst du nur noch Kapital einzahlen. Wir empfehlen dringend, zuerst auf einem Demo-Konto zu üben. Die meisten Broker stellen Paper-Trading-Konten zur Verfügung, in denen du in realistischer Umgebung mit Spielgeld handelst.

Das ist deshalb wichtig, weil alle Trading-Programme eine Gemeinsamkeit haben: Sie erschlagen dich zu Beginn mit Informationen. Das kostet Konzentration und Zeit, und Fehler werden schnell teuer.

  • Handle zuerst auf einem Paper-Trading-Konto, bis die Abläufe sitzen.
  • Schlage Kennzahlen nach, die du nicht kennst, und mache dir Notizen.
  • Mache in der Lernphase bewusst Fehler, um ein Gespür zu entwickeln, natürlich nur im Demo-Konto.
  • Starte mit Aktien oder Aktienindizes als Basiswert. Diesen Markt kennen die meisten schon.
  • Später kannst du Rohstoffe oder Fremdwährungen hinzufügen.

Führe von Anfang an ein Journal: Prämie, Strike, Laufzeit, Delta und Vega bei Eröffnung, dazu der Grund für die Position. Nach dreißig Trades siehst du Muster, die dir sonst entgehen. Wie das geht, steht in Wie du ein Trading-Journal für Optionen führst.

Ablauf eines Optionstrades in vier Schritten: Basiswert wählen, Strike und Laufzeit, Prämie erhalten, Verfall oder Rückkauf
Der Ablauf eines Stillhalter-Trades in vier Schritten.

Welche Option sollte ich handeln?

Kommen wir zur wichtigsten Frage: Welche Strategie ist für Anfänger sinnvoll? Wir empfehlen, mit einem Cash Secured Put zu starten. Dabei kaufst du eine hochwertige Aktie über einen Short Put ein und erhältst zusätzlich eine Prämie. Das nötige Kapital hältst du vor, daher der Name.

  • Überschaubares Risiko, solange du den Strike ernst nimmst: Du bekommst die Aktie zum Strike eingebucht, auch wenn sie darunter notiert. Der Verlust läuft von dort weiter mit dem Kurs. „Im schlimmsten Fall die Aktie“ ist nur dann harmlos, wenn du das Kapital wirklich vorhältst und den Titel auch bei 30 Prozent Kursverlust halten würdest.
  • Planbare Einnahmen: Kommt die Option nicht zur Ausübung, behältst du die Prämie und kannst die Position erneut aufsetzen. Wie hoch die Rendite ausfällt, hängt am gewählten Delta, an der geblockten Margin und an den Kommissionen. Rechne sie für jede Position selbst durch, statt mit einer Pauschale zu planen.
  • Einfacher Aufbau: Ein einziger Kontrakt genügt für diese Strategie.
  • Weiterführende Möglichkeiten: Kommt es zur Ausübung, kannst du anschließend einen Covered Call schreiben und damit die Wheel-Strategie fahren.

Die Nachteile gehören dazu:

  • Du musst eine hochwertige Aktie finden, sonst kaufst du eine Niete ein. Dabei hilft unser Beitrag Aktienanalyse lernen.
  • Es ist einiges an Kapital erforderlich, weil jede Aktienoption 100 Wertpapiere umfasst.
  • Die Strikewahl entscheidet über das Risikoprofil. Weit aus dem Geld sieht sicher aus und reagiert am heftigsten auf Volatilität, siehe den Abschnitt weiter oben.

Alle Details zur Durchführung deines ersten Cash Secured Puts stehen in unserem Blog.

Und die Steuer?

Termingeschäfte werden in Deutschland anders behandelt als Aktienverkäufe, und die Regeln haben sich in den letzten Jahren mehrfach geändert. Für Privatanleger ist vor allem relevant, wie Verluste aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen und ob dein Broker die Abgeltungssteuer automatisch abführt. Bei ausländischen Brokern ist das üblicherweise nicht der Fall, dann läuft alles über die Steuererklärung.

Das ist der Punkt, an dem sich für aktive Stillhalter die Frage nach einer Trading-GmbH stellt. Eine steuerliche Beratung ist das nicht, für deine Situation brauchst du einen Steuerberater.

Optionen handeln ist auch für Anfänger möglich

Der Optionshandel schreckt Neulinge durch seine Komplexität ab, tatsächlich ist das Konzept recht simpel. Jede Option ist ein Vertrag zwischen zwei Handelspartnern über den Kauf oder Verkauf eines Assets in der Zukunft. Damit gleichen Optionen zunächst anderen Derivaten wie Futures.

Die Besonderheit: Die beiden Handelspartner sind nicht gleichberechtigt. Der Käufer hat ein Wahlrecht und entscheidet, ob er den Handel am Ende der Laufzeit ausführt. Ist das Geschäft für ihn nicht lohnend, lässt er die Option verfallen. Der Verkäufer hat kein Wahlrecht, er muss stillhalten und abwarten. Für diese Position zahlt der Käufer eine Prämie.

Beide Seiten bieten Möglichkeiten. Wer gerade erst anfängt, ist mit dem Cash Secured Put gut beraten, sollte aber die Strikewahl von Anfang an ernst nehmen. Übe zuerst auf einem Demo-Konto, bevor echtes Geld im Spiel ist.

Den Rechenweg für normalisiertes Vega und unser Delta-Fenster von 30 bis 50 haben wir in Die Delta-10-Falle zusammengefasst, 16 Seiten zum Mitrechnen. Welche Positionen wir selbst laufen haben, steht alle 14 Tage im Scoreboard des Optionsbriefs.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Optionshandel

Wie kann man Optionen handeln?
Optionen zu handeln ist nicht schwieriger als ein Aktienkauf. Wichtig ist ein Konto bei einem Broker mit Zugriff auf die Optionsbörsen. Dort kannst du als Käufer oder als Verkäufer unterschiedlicher Optionen auftreten.
+Wie funktioniert eine Option?
Eine Option funktioniert wie ein Versicherungsgeschäft, bei dem sich eine Person gegen Preisveränderungen absichert. Put-Optionen sind Verkaufsrechte, Call-Optionen Kaufrechte für bestimmte Basiswerte.
+Welche Optionen gibt es?
Es gibt Optionen auf verschiedenste Börsenprodukte wie Aktien, ETFs, Futures oder Indizes. Zusätzlich kannst du als Käufer oder Verkäufer auftreten und Optionen zu Strategien kombinieren.
+Wie schreibt man Optionen?
Das Schreiben einer Option ist ihr Verkauf. Wer verkauft, wird als Stillhalter bezeichnet. Dafür braucht es einen Broker mit Zugang zu den Optionsbörsen.
+Was ist ein Kontrakt bei Optionen?
Ein Kontrakt ist eine einzelne Option mit einem bestimmten Basispreis und einem Verfallstermin. Sie hat jeweils einen Käufer und einen Verkäufer mit unterschiedlichen Rechten.
+Wie viel Kapital brauche ich für den Optionshandel?
Das hängt am Basiswert. Ein Kontrakt umfasst meist 100 Aktien, bei einem Strike von $85 sind das $8.500 mögliche Verpflichtung. Wer mit weniger anfängt, ist auf niedrigpreisige Aktien oder kleinere Kontraktgrößen beschränkt. Ein Kontrakt auf einen großen Index-ETF bindet ein Vielfaches davon.
+Kann ich mehr verlieren, als ich eingesetzt habe?
Als Käufer einer Option nicht, dein Verlust ist auf die Prämie begrenzt. Als Verkäufer ja, bei einem Short Call theoretisch unbegrenzt.
+Ist ein Delta von 10 wirklich zu 90 Prozent sicher?
Delta ist eine Momentaufnahme. Als Wahrscheinlichkeit taugt es nur grob, und es verändert sich mit Kurs und Volatilität. Gerade in unruhigen Phasen steigt es an.
+Welcher Broker für Optionen ist empfehlenswert?
Nötig ist ein Broker mit Zugriff auf die Optionsbörsen. Bekannt sind CapTrader, Tastytrade und Interactive Brokers. Achte bei der Auswahl auf die Kosten pro Kontrakt.
+Sind CFDs Optionen?
Nein. Eine Option ist ein bedingtes Termingeschäft, ein CFD hingegen der Austausch einer Preisdifferenz eines Underlyings.
+Was sind Call- und Put-Optionen?
Call- und Put-Optionen sind die Grundformen. Eine Put-Option stellt das Verkaufsrecht eines bestimmten Basiswerts dar, eine Call-Option das Kaufrecht.
+Wie funktioniert eine Call-Option?
Eine Call-Option ist das Recht, eine bestimmte Sache zu einem bestimmten Preis an einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen. Der Käufer erwirbt dieses Recht vom Verkäufer.
+Wie funktioniert eine Put-Option?
Eine Put-Option ist das Recht, eine bestimmte Sache zu einem bestimmten Preis an einem bestimmten Zeitpunkt zu verkaufen. Auch hier erwirbt der Käufer dieses Recht vom Verkäufer.
+Was ist ein Long Call?
Ein Vertrag über den Kauf eines Assets. Du bist der Käufer dieser Option und erwirbst das Recht, das Asset zum vereinbarten Preis von der Gegenseite zu kaufen.
+Was ist ein Long Put?
Ein Vertrag über den Verkauf eines Assets. Du bist der Käufer dieser Option und erwirbst das Recht, das Asset zum vereinbarten Preis an die Gegenseite zu verkaufen.
+Was ist ein Short Call?
Der Gegenpart des Long Calls. Der Verkäufer verpflichtet sich, das Underlying im Fall einer Ausübung zu liefern.
+Was ist ein Short Put?
Der Gegenpart des Long Puts. Der Verkäufer verpflichtet sich, das Underlying im Fall einer Ausübung zu kaufen.
+Was ist der Unterschied zwischen Optionen und Optionsscheinen?
Optionen sind börsengehandelt und standardisiert, mit einer Clearingstelle als Gegenpartei. Optionsscheine gibt eine Bank heraus, die auch die Preise stellt. Bei Optionen kannst du die Verkäuferseite einnehmen, bei Optionsscheinen nicht.
Risikohinweis

Börsencoaching ist keine Anlageberatung. Der Handel mit Optionen ist hochspekulativ, und Verluste können beim Derivatehandel über das eingesetzte Kapital hinausgehen. Die überwiegende Zahl der Trader verliert dauerhaft Geld. Handle nur mit Geld, dessen Verlust du dir leisten kannst. Alle Beispiele in diesem Artikel sind redaktionelle Rechenbeispiele und keine Handelsempfehlung.

Über den Autor

Alexander Eichhorn

Alexander Eichhorn verantwortet die strategische Ausrichtung von Eichhorn Coaching und ist seit über zehn Jahren als Trader und Investor tätig. Seine inhaltlichen Schwerpunkte liegen auf langfristigen Investments in Aktien und weiteren Anlageklassen, dem Handel mit der Volatilität sowie der steuerlichen Optimierung von Trading-Aktivitäten – insbesondere im Rahmen von Trading-GmbHs.

CapTrader, einer der führenden Optionsbroker Deutschlands, bezeichnet ihn als „Vola-Papst“ – eine Zuschreibung, die seinen langjährigen Fokus auf den systematischen Handel mit Volatilität widerspiegelt, einem Feld, in dem er zu den wenigen deutschsprachigen Stimmen gehört, die öffentlich nachvollziehbar arbeiten.

Als Autor des Optionsbriefs prägt er die redaktionelle Linie: Marktanalyse, Makroeinordnung, Volatilitätsstrategien und die langfristige Perspektive auf fundamental solide Unternehmen.

Regelmäßige Analysen und Videos erscheinen auf dem Eichhorn Coaching YouTube-Kanal.