Der Iron Butterfly bietet uns höchste Prämien durch einen Short Put und Short Call mit dem gleichen Strike. Obwohl eine der beiden Optionen ins Geld läuft, können wir mit dieser Optionsstrategie ein sehr gutes Einkommen erzielen. Wir zeigen dir, wie das funktioniert und was du dabei beachten solltest!
- Der Iron Butterfly besteht aus einem Short Call und einem Short Put mit gleicher Laufzeit und Strike, sowie einem Long Put und Long Call mit gleicher Laufzeit und jeweils einiger Entfernung vom Strike der Short-Optionen
- Es warten sehr hohe Prämien auf uns, die diese Optionsstrategie attraktiv machen
- Der maximale Verlust ist in beide Richtungen durch Long-Optionen begrenzt
- In der Praxis befindet sich eine der beiden Optionen zum Ende der Laufzeit im Geld. Durch vorzeitiges Schließen vermeiden wir Verluste
Wie funktioniert der Iron Butterfly? Strategie erklärt
| Iron Butterfly | |
| Markterwartung | Neutral/gleichbleibend |
| Ziel | Einkommen |
| Auszahlung | Sofort |
| Möglicher Gewinn | Zwei Optionsprämien, abzüglich Kosten für Long-Optionen |
| Möglicher Verlust | Abstand zwischen Long- und Short-Optionen, abzüglich erhaltener Prämie |
| Bestandteile | 1 x Long Call, 1 x Short Call, 1 x Short Put, 1 x Long Put |
| Basiswerte | Alle (unsere Empfehlung: SPX) |
Einer der größten Vorteile des Optionshandels ist die Möglichkeit, auch bei unbeweglichen Märkten hervorragende Renditen zu erzielen. Mit der Variante Iron Butterfly treiben wir dieses Konzept auf die Spitze, in dem wir durch at-the-money-Optionen höchste Prämien verdienen.
- Ein Short Put und ein Short Call, mit dem gleichen Strike direkt at-the-money, bringen uns zwei sehr hohe Prämien ein.
- Wir ergänzen einen Long Put darunter und einen Long Call darüber, um unser Risiko zu begrenzen.
- Alle Optionen haben die gleiche Laufzeit und den gleichen Basiswert.
Am Ende der Laufzeit befindet sich eine der beiden Short-Optionen im Geld. Eine “Punktlandung”, bei der keiner der beiden Kontrakte einen inneren Wert hat und ausgeübt wird, ist theoretisch möglich, jedoch äußerst unwahrscheinlich.
Das macht aber nichts: Wir planen ohnehin nicht, die Optionen bis zum Ende laufen zu lassen. Denn wir profitieren bei dieser Strategie vom enormen Zeitwertverfall der beiden Short-Optionen.
Nachdem sie ausreichend an Wert gewonnen haben (etwa 30 bis 50 % der maximalen Prämie haben sich etabliert), schließen wir den gesamten Iron Butterfly. Die Optionsstrategie war erfolgreich, wenn unsere Prämieneinnahmen die Kosten übersteigen.
Ein Verlust entsteht, wenn sich der Preis des Basiswerts zu sehr auf oder ab bewegt. Je größer die Schwankung, desto größer unser Schaden. Das Maximum wird durch unsere beiden Long-Optionen jedoch begrenzt.
Iron Butterfly richtig aufbauen
Mit vier Optionskontrakten ist der Iron Butterfly eine eher aufwändige Optionsstrategie. Da wir uns keine Gedanken über den Strike-Preis der beiden Short-Optionen machen müssen (sie werden at-the-money platziert) und alle Kontrakte die gleiche Laufzeit haben, ist die Ausführung aber nicht sonderlich kompliziert.
Wir starten zunächst mit den beiden “Moneymakern”:
1. Short Call und Short Put anlegen
Der Kern des Iron Butterfly sind der Short Put und Short Call, die am Geld platziert werden. Immerhin sind sie es, die uns die ansehnliche Prämie bei dieser Strategie einbringen!
- Laufzeit und Basiswert sind bei allen Optionen des Iron Butterfly gleich
- Wir platzieren beide Short-Optionen at-the-money, also zum aktuellen Preis des Basiswerts
- Sofort nachdem wir die beiden Optionen gezeichnet haben, erhalten wir die Prämien
- Da die Kontrakte am Geld liegen, erwartet uns ein hohes Zusatzeinkommen
Durch den Short Put und Short Call entsteht zunächst ein Short Straddle. Wir könnten es bei diesen beiden Optionen belassen und uns die Kosten für die beiden Long-Optionen sparen. Unser Risiko im Falle größerer Preisveränderungen ist dann allerdings unbegrenzt hoch!
Daher fügen wir nun eine passende Absicherung hinzu:
2. Long Call und Long Put ergänzen
Im zweiten Schritt erweitern wir unseren bisherigen Aufbau um zwei Long-Optionen, die jeweils out-of-the-money liegen. Erst jetzt wird aus unserem Short Straddle ein echter Iron Butterfly!
- Die beiden Long-Optionen sind mit Kosten verbunden, die unseren Gesamtgewinn reduzieren.
- Sie schützen uns aber gleichzeitig auch vor katastrophalen Schäden, da sie den möglichen Verlust begrenzen.
- Unser maximaler Verlust ist der Abstand zwischen Short- und Long-Optionen, abzüglich der erhaltenen Prämie.
- Je näher wir die Long- an die Short-Optionen setzen, desto höher sind unsere Kosten und desto geringer ist unser möglicher Verlust im Falle eines Misserfolgs.
Der genaue Strike des Long Puts und des Long Calls bleibt der Risikofreude des Händlers überlassen. Natürlich spielt auch die aktuelle Marktlage und Zuversicht eine wichtige Rolle. Ein größerer Abstand von Long zu Short verringert unsere Kosten, steigert aber auch den maximalen Verlust, wenn unser Plan nicht aufgeht.
Iron Butterfly Beispiel
Wir wollen uns als Nächstes ansehen, wie ein Iron Butterfly in der Praxis aussehen könnte. Für unser Beispiel setzen wir diese Optionsstrategie beim Handel mit dem S&P 500 ein. Er bietet uns für diese Anwendung mehrere Vorteile:
- Sehr hohe Liquidität
- Cash Settlement bei SPX Optionen (wir müssen uns keine Sorge um eine eventuelle Andienung machen)
- VIX und VVIX geben umfangreiche Einblicke in die Marktlage
In unserem Beispiel steht der S&P 500 bei 6.400 Punkten. Wir legen beide Short-Optionen dementsprechend mit einem Strike-Preis von 6.400 an. Für den Long Put und den Long Call wählen wir einen Abstand von 100 Punkten, also 6.300 und 6.500.
Unsere Short-Optionen erzeugen eine sehr hohe Prämie, von der wir allerdings die Kosten für die beiden Long-Optionen abziehen müssen. Wir erhalten für den Iron Butterfly insgesamt $15.000 .
Der maximale Verlust ist durch unseren Long Put und Long Call begrenzt. Der Abstand beträgt 100 Punkte, sodass wir maximal $10.000 verlieren können, egal, ob der Kurs steigt oder fällt. Für alle Optionen (Short und Long) wählen wir eine Laufzeit von 30 Tagen.
Wie üblich gibt es zwei mögliche Szenarien: Erfolg (Prämie > Verlust) und Misserfolg (Verlust > Prämie).
Szenario 1: Der Kurs bleibt stabil
Wir haben Glück: Der S&P 500 bleibt über mehrere Tage ungefähr bei 6.400 Punkten. Der Zeitwertverfall der Optionen sorgt für eine starke Wertsteigerung.
- Nach 14 Tagen haben unsere Kontrakte bereits einen Wert von $7.000 aufgebaut.
- Dieser Betrag ist für uns mehr als ausreichend. Wir schließen die Optionen und realisieren den Gewinn.
Natürlich hätten wir unseren Iron Butterfly bis zum Laufzeitende halten können. Eine Punktlandung bei exakt 6.400 wäre jedoch nahezu unmöglich gewesen. Unser Gewinn von $7.000 ist ein hervorragendes Ergebnis.
Szenario 2: Der Kurs verändert sich
In diesem Szenario hat sich der Markt gegen uns entwickelt. Der Preis des S&P 500 ist auf 6.450 Punkte angestiegen. Ein Blick auf die aktuellen Kennzahlen und den VIX zeigt, dass weitere Steigerungen wahrscheinlich sind.
- Wir entscheiden uns, die Verluste zu begrenzen und schließen unseren Iron Butterfly.
- Dadurch verlieren wir $5.000 (50 Punkte x Multiplikator 100)
Auch hier hätten wir den Iron Butterfly bis zum bitteren Ende halten können. Unser maximaler Verlust wäre auf $10.000 begrenzt gewesen. Anhand der Marktdaten konnten wir jedoch erkennen, dass diese Variante nicht sinnvoll war.
Wann lohnt sich ein Iron Butterfly?
Gemeinsam mit dem Short Strangle oder Short Straddle zählt der Iron Butterfly zu den Strategien, die sich besonders bei hoher Volatilität lohnen. Er bietet ein spannendes Chance-Risiko-Profil:
- Zwei sehr hohe Prämien durch die at-the-money Short-Optionen
- Vergleichsweise geringe Kosten für die Absicherung durch Long Put und Long Call
- Wir sind gegen extreme Verluste abgesichert
- Ein perfektes Ergebnis (weder Short Put noch Short Call werden ausgeübt) ist nahezu unmöglich. Wir konzentrieren uns stattdessen auf eine Prämien-Mitnahme von etwa 30 bis 50 %
So entsteht eine attraktive Optionsstrategie, die uns bei Erfolg ein sehr gutes Zusatzeinkommen liefern kann. Im Gegensatz zur ungesicherten Variante, dem Short Straddle, können aber auch weniger risikofreudige Händler mit dem Iron Butterfly ruhig schlafen.
Ein weiterer Grund, warum sich der Iron Butterfly besonders lohnen kann: Durch die Absicherung sinkt die Margin-Anforderung. Die Optionsstrategie ist dadurch auch für kleinere Konten geeignet.
Videoanleitung: So baust du einen Iron Butterfly
Alternativen zum Iron Butterfly
Je nach Marktlage und persönlicher Vorliebe können sich diese Optionsstrategien als Alternative zum Iron Butterfly anbieten:
1. Short Straddle
Verzichtest du beim Iron Butterfly auf die schützenden Long-Optionen, entsteht ein Short Straddle. Sein potenzielles Risiko ist unbegrenzt: Eine starke Kursbewegung, egal ob auf- oder abwärts, kann für katastrophale Verluste sorgen. Die passende Absicherung und vorzeitiges Schließen im Ernstfall sind daher unerlässlich.
Du sparst dir jedoch auch die Kosten für die zusätzlichen Kontrakte und erhältst die sehr attraktiven Prämien von zwei at-the-money Short-Optionen. Für Händler, die höheres Risiko und höheres Einkommen suchen und die stattliche Margin-Anforderung nicht scheuen, könnte der Short Straddle gut geeignet sein.
2. Long Call Butterfly Spread
Der Long Call Butterfly Spread hat ein ähnliches Ziel wie der Iron Butterfly: Der Preis soll am Ende der Laufzeit idealerweise innerhalb eines engen Fensters liegen. Beim Butterfly Spread verkaufen wir zwei Short Calls. Der maximale Gewinn wird realisiert, wenn der Basiswert genau den Strike der Short Calls erreicht.
Als Strike wählen wir daher den Preis, den wir zum Ende der Laufzeit erwarten. Zum Vergleich: Beim Iron Butterfly verkaufen wir einen Short Put und einen Short Call at-the-money zum aktuellen Zeitpunkt, da wir keine größeren Preisveränderungen erwarten.
Im Gegensatz zum Iron Butterfly ist der Long Call Butterfly Spread eine spekulative Optionsstrategie, bei der wir zu Beginn einen Debit zahlen müssen. Unser maximales Risiko ist allerdings auch auf diesen Betrag begrenzt, was ihm ein sehr ansprechendes Risiko-Rendite-Profil beschert.
3. Iron Condor
Viele Optionsstrategien haben “Geschwister”, die mehr oder weniger extrem funktionieren. So ist der Short Straddle zum Beispiel eine extremere Variante des Short Strangle. Auch der Iron Butterfly verfügt über solche Verwandtschaft: Der Iron Condor nutzt die gleichen Kontrakte, aber andere Strikes.
Short Put und Short Call werden hier nicht at-the-money, sondern out-of-the-money verkauft. Sie bilden also ein deutlich größeres Preisfenster und sorgen so für eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit, aber auch geringere Rendite. Zwei Long-Optionen mit größerem Abstand begrenzen auch beim Iron Condor unseren maximalen Verlust.
Der Iron Condor hat eine realistische Chance auf ein ideales Ergebnis (alle Optionen verfallen), während dies beim Iron Butterfly nahezu unmöglich ist (Punktlandung direkt auf dem Strike der Short-Optionen).
Unsere Tipps zum Iron Butterfly
Der Iron Butterfly ist eine spannende Optionsstrategie mit begrenztem Risiko. Bei der Ausführung können dir folgende Tipps und Tricks helfen:
- Volatilität vs. Delta: Der Iron Butterfly bringt in Phasen hoher Volatilität besonders attraktive Prämien. Aber auch schädliche Kursbewegungen sind in solchen Zeiten häufiger. Sinkt die Volatilität schneller, als uns Preisveränderungen schaden können, lohnt sich der Iron Butterfly aber trotzdem.
- Nicht bis zum Ende warten: Ein ideales Endergebnis, bei dem alle Optionen wertlos verfallen, ist nahezu unmöglich. Es bietet sich daher an, den Iron Butterfly vorzeitig zu schließen. Wir empfehlen, Gewinne bei 30 bis 50 % der maximalen Prämie mitzunehmen.
- Keine Verlustverrechnungsgrenzen: Iron Butterfly Strategien waren in Deutschland aufgrund der Verlustverrechnungsgrenzen nicht effektiv nutzbar. Aktuell ist die Verrechnung jedoch wieder möglich und die Optionsstrategie problemlos einsetzbar. Achtung! Einige Internetseiten zum Thema enthalten noch veraltete Informationen.
Fazit: Iron Butterfly bietet hohes Einkommen bei ruhigen Märkten
Der Iron Butterfly besteht aus vier Optionskontrakten: Ein Short Put und ein Short Call, direkt am Geld, erzeugen ein hohes Zusatzeinkommen. Diese beiden Optionen (für sich genommen handelt es sich dabei um einen Short Straddle) werden um einen Long Call und einen Long Put ergänzt.
Dadurch bietet der Iron Butterfly ein interessantes Profil:
- Wir erhalten eine doppelte Optionsprämie direkt zu Beginn
- Die beiden Short-Optionen profitieren stark vom Zeitwertverfall Theta und gewinnen schnell an Wert
- Bleibt der Preis des Basiswerts stabil, können wir den Iron Butterfly mit Gewinn schließen
- Verluste entstehen bei größeren Preisbewegungen
- Der maximale Schaden ist durch die beiden Long-Kontrakte begrenzt
Ein ideales Ergebnis liegt vor, wenn der Preis unseres Basiswerts am Ende exakt auf dem Strike der Short-Kontrakte liegt. In der Realität ist dies nahezu unmöglich und sollte daher auch nicht angepeilt werden. Stattdessen schließen erfahrene Händler den Iron Butterfly, sobald dieser einen positiven Wert erreicht hat.
30 bis 50 % der maximalen Prämie haben sich dafür bewährt. In Phasen ohne große Preisveränderungen lässt sich dies vergleichsweise gut erreichen. Der Iron Butterfly ist damit eine sehr attraktive Optionsstrategie.
Für Händler, die ihre Risiken und Gewinne flexibel anpassen möchten, könnte aber auch der Iron Condor oder der Short Straddle als Alternative infrage kommen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Iron Butterfly Optionsstrategie
Der Iron Butterfly nutzt einen Short Call und Short Put direkt am Geld, um eine hohe Prämie zu erzielen. Diese Optionen werden durch einen Long Call und Long Put aus dem Geld ergänzt, um das Risiko zu begrenzen. Bei gleichbleibenden Kursen sind hohe Gewinne möglich.
Der Iron Butterfly ist eine lukrative Optionsstrategie, die sich bei neutralen Märkten lohnt. Besonders bei hoher und anschließend fallender Volatilität gewinnen die Kontrakte dann schnell an Wert und können vorzeitig geschlossen werden.
Das Risiko beschränkt sich bei einem Iron Butterfly auf den Abstand zwischen den Long- und Short-Optionen und ist daher begrenzt. Gleichzeitig erhalten wir eine doppelte Prämie, sodass bei dieser Optionsstrategie ein attraktives Risiko-Rendite-Verhältnis entsteht.
Für die Optionsstrategie Iron Butterfly ist ein Margin-Konto erforderlich. Die Höhe der Margin hängt vom Risiko ab, welches sich aus dem Abstand zwischen den Short- und Long-Optionen ergibt.
Der Iron Butterfly erzeugt seinen maximalen Profit, wenn sich der Basiswert am Ende der Laufzeit exakt auf dem Strike der beiden Short-Optionen befindet. Da dies extrem unwahrscheinlich ist, schließen Händler diese Optionsstrategie schon vorzeitig.




