Wein als Wertanlage erfreut sich in Zeiten volatiler Märkte und zunehmender Unsicherheiten immer größerer Beliebtheit. Kein Wunder: Die Anlageklasse bietet einige attraktive Vorzüge und eignet sich sehr gut zur Portfoliodiversifikation! Es gibt jedoch einige Punkte zu beachten, damit das Weininvestment zum vollen Erfolg wird.
- Eine Wein-Geldanlage ermöglicht attraktive Renditen und kann eine sehr gute Diversifikation bieten
- Nach einer langen Durststrecke von 2022 bis 2025 befinden sich Investment-Grade-Weine wieder im Aufwärtstrend und bieten große Chancen für Anleger
- Kauf und Lagerung sind anspruchsvoll und sollten über ausgewählte Dienstleister erfolgen
- Weine gelten als Konsumgüter und können (nach einer Spekulationsfrist von 12 Monaten) steuerfrei verkauft werden
In Wein investieren: Die wichtigsten Informationen zum Weininvestment
Nur wenige Portfolios enthalten bisher Wein als Geldanlage. Die Möglichkeit, in hochwertige Weine zu investieren, ist vielen schlichtweg nicht bekannt oder gilt als schwer zugänglich. Tatsächlich haben sich Weininvestments in den letzten Jahren aber zu einer sehr attraktiven Anlageklasse entwickelt.
- Weine zählen zu den Sachwerten sowie zu den alternativen Anlageformen.
- Ein Investment ist durch den direkten Kauf von Flaschen, Aktien von Weinunternehmen oder ETF, Fonds oder Genussscheine möglich.
- Die Preise schwanken und können auch sinken; generell sind Weininvestments aber weniger volatil als Aktien oder ETF.
- Die niedrige Volatilität in Verbindung mit hoher Krisenfestigkeit macht Weine zu einem guten Stabilitätsanker im Portfolio, der sogar sichere Aktien überbieten kann.
Entscheidend für den Preis der Weine ist das Trinkfenster: Die Flaschen erreichen ihren idealen Geschmack in einem begrenzten Zeitraum. Das sorgt für ziemlich berechenbare Wertsteigerungen über viele Jahre. Auch Bewertungen von Weinkritikern spielen eine wichtige Rolle und können die Kurse massiv beeinflussen.
Die Wertentwicklung von Weinen ist generell sehr gut und kann mit großen Indizes mithalten – besonders in Krisenzeiten schneiden die edlen Tropfen sehr gut ab, während Wertpapiere stark einbüßen. Mit dem Beginn der COVID-Pandemie kam es jedoch zu einer sehr starken Preissteigerung, auf die seit 2022 ein langer Abwärtstrend folgte.
Ende 2025 haben die Weinpreise scheinbar ihren bisherigen Tiefpunkt erreicht. Zum Verfassungszeitpunkt dieses Berichts ist bereits ein erneuter Aufwärtstrend erkennbar. Die Nachfrage verdoppelte sich zuletzt, während die angebotene Menge um rund 16 % sank.
Es könnte sich um einen idealen Zeitpunkt für ein erstes Weininvestment oder weitere Zukäufe handeln!
Nicht alle Weine eignen sich zur Geldanlage
Wer in Wein investieren will, kann nicht einfach eine beliebige Flasche aus dem Regal des nächsten Weingeschäfts greifen! Nur eine kleine Anzahl – weniger als 1 % der Weltproduktionsmenge – eignet sich zur Geldanlage!
Wo die edlen Tropfen herkommen ist dabei kaum eine Überraschung: Frankreich führt, mit den Anbaugebieten Bordeaux und Burgund sowie der Champagne, die Listen an. Die Menge sagt aber nichts über den Preis aus: Zuletzt verloren französische Weine aus Bordeaux erheblich an Wert, während der Herkunftsort Champagne deutlich gewann.
Auch italienische Weine konnten eine stabile Wertentwicklung zeigen, obwohl sie nur 12 % der weltweiten Investment-Grade-Weine ausmachen. Menge und Rendite hängen also nicht immer zusammen.

Die Anzahl an verfügbaren Weinen ist begrenzt. Der wohl bekannteste Wein-Index “Liv-EX 1.000” erfasst zum Beispiel “nur” 1.000 Spitzenweine. Zu den bekanntesten Beispielen zählen:
- Armand Rousseau, Chambertin 2000
- Herkunft: Frankreich (Burgunder)
- Produktion: ca. 8.800 Flaschen
- Preis: ca. 3.900 €

- Domaine de la Romanee-Conti 2004
- Herkunft: Frankreich (Burgunder)
- Produktion: ca. 8.800 Flaschen
- Preis: ca. 18.700 €

- Rayas, Châteauneuf-du-Pape 2005
- Herkunft: Frankreich (Rhone)
- Produktion: ca. 13.000 Flaschen
- Preis: ca. 1.050 €

Welche Weine steigen im Wert? Die wichtigsten Preisfaktoren
Die Wertentwicklung von Weinen ist oft sehr gut, aber eine Garantie für eine positive Rendite gibt es selbstverständlich nicht. Der Preis könnte auch fallen oder in einer Weise ansteigen, die hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Eine genaue Preisprognose gestaltet sich schwierig, denn verschiedene Faktoren bestimmen den Wert einer Flasche:
- Weingüter: Nur eine kleine Anzahl von Herstellern produziert Weine, die sich als Investment eignen. Das jeweilige Weingut ist daher für die Preisbildung von großer Bedeutung.
- Trinkfenster: Edle Weine müssen einige Zeit in der Flasche reifen, sind aber auch nicht ewig haltbar. Das Trinkfenster beschreibt den Zeitraum, in dem sie geöffnet werden sollten, um den maximalen Trinkgenuss zu erhalten. Vor Beginn und nach Ablauf dieses Zeitfensters ist der Preis deutlich niedriger
- Jahrgang: Einige Jahrgänge sind deutlich wertvoller als andere. Bei jüngeren Flaschen lässt sich die Qualität und Wertentwicklung noch nicht so gut abschätzen; ältere Jahrgänge hingegen nähern sich schneller dem Ende ihres Trinkfensters.
- Kritiken: Verschiedene Weinkenner bewerten die Premiumweine. Ihre Meinung übt großen Einfluss auf die jeweiligen Preise aus.
Die Wertentwicklung von Weininvestments verläuft deutlich gleichmäßiger und berechenbarer, mit geringerer Volatilität als bei anderen Assets. Das macht auch die Analyse und Prognose für Anleger deutlich entspannter: Premiumweine steigen – von einigen kleineren Markttrends abgesehen – recht zuverlässig im Wert.

Wein oder Whisky: Wertentwicklung ist nicht alles
Weininvestments sind nicht die einzigen Sachwerte, die sich für die Geldanlage eignen. Ein Blick auf den Object of Desire Index der Coutts Private Bank oder den Knight Frank Luxury Investment Index (KFLII) zeigt: Ein Whisky-Investment hat in den letzten zehn Jahren besonders gut performt – sogar deutlich besser als Weininvestments!

Die Zugewinne der Investment-Whiskys erscheinen auf den ersten Blick äußerst attraktiv. Dennoch bietet Wein als Investment einige Vorteile gegenüber Whiskys:
- Diversifikation
Whiskys sind extrem teuer, häufig bewegen sich einzelne wertvolle Whiskys bereits in einem fünftstelligen Bereich. Eine große Streuung in verschiedene Whiskys ist daher in den meisten Portfolios nicht möglich. - Viele Fälschungen
Mit den steigenden Preisen der Whiskys ist die Anzahl der Fälschungen explodiert. Investoren sollten nur in reputablen Auktionshäusern kaufen. - Marktübertreibungen
Die Preise für Whiskys sind in den letzten Jahren extrem in die Höhe geschossen. Viele Marktkenner sehen einen extremen Hype, der jederzeit in einen erheblichen Crash münden könnte.
Risikofreudige Investoren könnten auch in Zukunft auf Whiskys setzen und auf anhaltende Zugewinne hoffen. Weininvestments könnten aber, ebenso wie andere Sachwerte, eine Alternative mit geringeren Gefahren darstellen. Natürlich spricht auch nichts dagegen, beide Anlageklassen gleichzeitig einzusetzen und so noch mehr Diversifikation zu erzielen.
Wein als Wertanlage: Für welche Portfolios sind Weininvestments geeignet?
Wein als Wertanlage ist eine spannende Beimischung für ein Portfolio, die die Sicherheiten von Sachwerten mit potenziell hoher Rendite verbindet. Wenn du mit dem Gedanken spielst, in Premiumweine anzulegen, solltest du folgende Punkte beachten:
- Weininvestments sind keine Konkurrenz zum Aktienmarkt, sondern eine sinnvolle Ergänzung.
- Investitionen in Wein sind geprägt von geringerer Volatilität und einem höheren Sicherheitsfaktor. Denn alle begrenzt verfügbaren Sachwerte haben einen gewissen intrinsischen Wert. Anders als Aktien können sie nicht auf null fallen.
- Selbst wenn die erhoffte Wertsteigerung nicht eintritt, bleibt ein gewisser Sockelwert im Wein als Kapitalanlage erhalten.
- Man spricht daher auch oft von „Passion Investments“ („Leidenschaft-Investments“). Der Wein als Geldanlage beinhaltet nicht nur einen materiellen, sondern auch einen emotionalen Wert in Form von Genuss oder Freude.
Premiumweine eignen sich ebenso wie Kunstwerke, Antiquitäten oder Oldtimer hervorragend als Statussymbole und bereichern luxuriöse Lebensstile. Gleichzeitig haben sie aber einen wichtigen Vorteil: Sie werden getrunken, also verbraucht.
Mit jeder geöffneten Flasche steigt der Wert der verbliebenen Exemplare, die zudem mit zunehmender Reife immer besser werden. Eine Preissteigerung ist gewissermaßen unvermeidbar.
So mancher möchte Wein zur Geburt einlagern, wenn der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt. In vielen Ländern werden Geburtsjahrgänge zur Hochzeit gereicht – dementsprechend hochwertig und langlebig muss der Wein sein.
Eine große Nachfrage zeigte sich zuletzt vor allem in Asien. Langfristige Preisprognosen gestalten sich zwar schwierig, wie die längere Durststrecke der letzten Jahre gezeigt hat. Insgesamt präsentieren sich Weininvestments aber als eher risikoarme Geldanlage mit attraktiven Chancen.
Wein als Geldanlage für Krisenzeiten
Nicht nur Renditejäger können mit Weininvestments voll auf ihre Kosten kommen; auch zur Absicherung des eigenen Portfolios sind die Premiumweine geeignet! Denn ein großer Vorteil ist die Krisensicherheit dieser Anlageklasse:
- Während der Finanzkrise 2008/09 gab nur einen Drawdown von ca. 10 %, während andere Märkte teilweise die Hälfte an Wert verloren.
- In der Coronakrise 2020 kam es zu einer Korrektur von lediglich 4% im Weinindex. Die großen Aktienindizes fielen in diesen Crashs um ein Vielfaches.
- Nach einem übertriebenen Preisanstieg nach dem COVID-Beginn folgte eine lange Korrekturphase der Weinmärkte. Dennoch konnten langfristig ausgerichtete Investoren mit ihren Weininvestments stattliche Gesamtergebnisse erzielen.
- Seit Ende 2025 scheint das Ende des Abwärtstrends erreicht. Der Einstieg könnte sich gerade jetzt besonders lohnen.

Steuervorteil bei Wein als Wertanlage
Bei einem Weininvestment profitierst du von einem erheblichen Steuervorteil: für den Fiskus ist Wein ein Konsumgut. Ein Verkauf ist daher unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei möglich:
- Im Rahmen privater Veräußerungsgeschäfte fallen weder Kapitalertragsteuer noch Einkommensteuer an, solange die Spekulationsfrist von einem Jahr eingehalten wird.
- Es darf jedoch kein gewerblicher Handel vorliegen (keine zu häufigen Ein- und Verkäufe)
- Möchte man Geld in Wein anlegen und später den Gewinn realisieren, verkauft man am besten die gesamte Sammlung auf einmal oder über einen kurzen Zeitraum, um nicht „gewerblich tätig“ zu werden.
- Zum Verfassungszeitpunkt haben die Steuerbehörden wertvolle Weine bislang noch nicht genauer in den Fokus genommen. Du kannst mit einem Weininvestment daher oft sehr gut “unter dem Radar” der Behörden fliegen.
Mehr Tipps zur Steuerersparnis bei Sachwerten und für große Konten findest du auch in unseren Beiträgen “Gold steuerfrei handeln” und zur “Spardosen-GmbH”
In der Praxis: So gelingt ein erstes Weininvestment
Um mit Wein als Wertanlage zu starten, sind nur wenige Schritte nötig. Da die Preise der Premiumweine nur wenig schwanken und lange Anlagezeiträume sinnvoll sind, ist bei der Auswahl der richtigen Flasche keine Hektik geboten.
Du kannst dich also in aller Ruhe in die Materie einarbeiten. Dabei hat sich folgende Reihenfolge bewährt:
- Wähle eine Weinregion, auf die du dich konzentrieren möchtest.
- Premiumweine aus der Champagne haben in den letzten Jahren stark an Wert gewonnen. Auch Italien und Burgund zeigten sehr gute Ergebnisse. Mit einem Investment in diese Regionen setzt du auf einen anhaltenden Trend.

- Bordeaux- und Rhone-Weine verzeichneten zuletzt teils starke Preisrückgänge. Sollte der Tiefpunkt erreicht sein und ein Zuwachs anstehen, könnte sich ein Investment hier besonders lohnen.
- Finde ein Weingut und Jahrgang aus der gewünschten Region. Die Auswahl ist überschaubar, sodass die Recherche relativ einfach von der Hand geht. Ein guter Ruf und lange Historie des Herstellers sind dabei besonders wichtig.
- Beobachte die Preise der Weine, die du ins Auge gefasst hast, auf mehreren Handelsplätzen. So kannst du ein Gespür für den fairen Wert entwickeln. Leider gibt keine wirklich zentrale Börse wie bei Aktien oder Optionen, über die alle Transaktionen ablaufen.
- Wickle den Kauf über einen renommierten Dienstleister ab. So stellst du eine schnelle und sichere Abwicklung sicher.
Ist der Premiumwein in deinem Besitz, musst du ihn unbedingt korrekt lagern. Nur so kann er seinen Wert erhalten und hoffentlich stark steigern!
Lagerung von Investmentwein
Die wertvollen Weine benötigen fachgerechte Lagerung, denn verschiedene Einflüsse bedrohen ihre Qualität. Davor musst du die edlen Flaschen schützen:
- Erschütterungen, die Partikel im Wein aufwirbeln könnten
- Sonneneinstrahlung, die Etiketten ausbleicht und die Zusammensetzung des Weins verändert
- Temperaturen, die nicht zwischen 10 und 14 ° C liegen und den Reifungsprozess negativ beeinflussen könnten
- Zu hohe oder niedrige Luftfeuchtigkeit, die Etiketten beschädigen oder Korken austrocknen könnte
- Zerstörung, Diebstahl oder einfach ein versehentliches Trinken durch andere Personen
Bei einem kleineren Weinportfolio ist die Lagerung grundsätzlich zu Hause in einem passenden Weinkühlschrank möglich. Er bewahrt die korrekte Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Prüfe unbedingt, ob dein Gerät auch Sonnenschutz bietet, bevor du deine Schätze gut sichtbar in der Nähe eines Fensters drapierst!
Für größere Weininvestments sind spezialisierte Weinlager empfehlenswert. Die klimatisierten, geschützten und versicherten Lagerhäuser sind auf Premiumweine und Whiskys spezialisiert.
Sie befinden sich oft in zollfreien Bereichen, zum Beispiel in der Nähe internationaler Häfen, und können dadurch finanzielle Vorteile bieten. Besonders nützlich sind zudem Zertifikate der Dienstleister, die eine korrekte Lagerung bescheinigen. Sie können dabei helfen, deine Premiumweine leichter zu verkaufen.
Weine als Wertanlage kaufen: Das ist zu beachten
Der eigentliche Kauf und Verkauf von Premiumweinen ist heute relativ einfach möglich; dennoch sind einige Punkte zu beachten:
- Die Provenienz (lückenloser Herkunftsnachweis) ist sehr wichtig. Daher solltest du nur von namhaften Auktionshäusern oder Händlern kaufen.
- Bekannte Online-Auktionshäuser sind zum Beispiel WineAuctioneer und WineBid. Daneben sind die erstklassigen Auktionshäuser Christie’s und Sotheby’s hervorragende Quellen um Wein als Wertanlage zu erwerben.
- Nicht auf Weine spezialisierte Plattformen wie eBay sind grundsätzlich ebenfalls möglich; hier solltest du jedoch größte Vorsicht walten lassen, da ein Betrug für Laien nur sehr schwer zu erkennen ist.
- Hände weg von privaten Angeboten oder Kellerfunden. Hier fehlt in der Regel der Herkunftsnachweis, sodass die Flasche keinen hohen Handelswert mehr hat.
- Der Füllstand sollte sich am Ende des Flaschenhalses befinden, niemals an der Schulter
- Der Zustand von Korken, Kapsel (schützt den Korken) und Etikett sollten tadellos sein.
Bei richtiger Lagerung, intaktem Korken und Co. ist ein Spitzenrotwein problemlos bis zu 50 Jahre genießbar. Weinkritiker veröffentlichen ein ideales Trinkfenster, das oft einige Jahrzehnte in der Zukunft liegt. Auch der Wert der Flaschen bleibt entsprechend erhalten.
Einige Sorten, wie Madeira oder Tokajer, sind bei fachgerechter Lagerung noch nach Jahrhunderten genießbar.
Vor- und Nachteile von Wein als Wertanlage
Vorteile von Weininvestments:
- Potenziell hohe Rendite: Seltene und hochwertige Weine können im Laufe der Zeit an Wert gewinnen
- Langfristiges Investment: Wein kann lange gelagert werden und behält dabei seinen Wert oder steigt sogar
- Kombination von Finanzen und Leidenschaft: Weininvestment ermöglicht es, in etwas zu investieren, das man genießen und sammeln kann
- Diversifikation des Portfolios: Weininvestments bieten die Möglichkeit, das Risiko durch die Diversifikation des Portfolios zu reduzieren
- Krisensicherheit: Investmentweine fallen sehr wenig in Krisen und dienen als zusätzliche Sicherheit
- Steuerfreiheit: Privatanleger können nach einem Jahr Haltedauer Gewinne steuerfrei realisieren
- Sockelwert: Korrekt gelagerte Spitzenweine vor Ablauf ihres Trinkfensters behalten stets einen Mindestwert. Anders als bei Aktien kann ihr Preis realistischerweise niemals auf null fallen.
Nachteile von Weininvestments:
- Hohe Kosten: Der Kauf von seltenen und hochwertigen Weinen kann viel Kapital erfordern
- Rendite nicht garantiert: Viele Spitzenweine verloren in den letzten Monaten an Wert
- Lagerung: Es fallen zusätzliche Kosten für Lagerung und Versicherung an
- Expertenwissen erforderlich: Es ist wichtig, sich über den Weinmarkt, die verschiedenen Weine und die besten Lager zu informieren
- Keine reguläre Einkommensquelle: Weininvestments erbringen kein regelmäßiges Einkommen, sondern sind langfristige Investitionen.
- Unregulierter Markt: Es gibt keine festen Regeln oder Standards für den Kauf und Verkauf von Wein als Investment, was das Risiko erhöhen kann
- Illiquidität: Der Weinverkauf ist aufwändig und oft langwierig. Es handelt sich um langfristige Investments, die sich nur schwer wieder zu Geld machen lassen.
Alternativen zum direkten Weininvestment
Wer von Premiumweinen profitieren möchte, muss nicht unbedingt selbst wertvolle Flasche erwerben. Ist entsprechendes Kleingeld vorhanden, könnte man einfach ein Weingut kaufen und besitzen, so wie Brad Pitt, Günther Jauch, Alibaba-Gründer Jack Ma oder FC Arsenal Besitzer Stan Kroenke.
Für alle anderen Anleger stehen Wein-Aktien, Wein-Fonds oder Wein-Genussscheine als weniger kapitalintensive Alternativen bereit.
Investitionen in Weinaktien
Eine Möglichkeit, direkt in Wein als Kapitalanlage zu starten, ist der Kauf öffentlich gehandelter Aktien von Unternehmen der Branche. Wertpapiere direkt von einem Weingut sind allerdings schwierig zu finden.
Leichter hast du es mit Aktien etablierter Handelshäuser und Großinvestoren. Als beste Wein-Aktien gelten die Shares von Moët Hennessy – Louis Vuitton SE, besser bekannt als LVMH.
Das Luxusgüter-Konglomerat besitzt Anteile an hochkarätigen Weingütern wie Cheval Blanc, Chateau d’Yquem sowie den Champagnerhäusern Krug, Moët & Chandon und Veuve Cliquot.
Weitere bekannte Wein-Aktien sind:
- Brown-Forman Corporation (NYSE: BF-B)
- Willamette Valley Vineyards, Inc. (NASDAQ: WVVI)
- Diageo PLC (NYSE: DEO)
- Constellation Brands, Inc (NYSE: STZ).
In Deutschland gilt die Hawesko Aktie mit einer Dividendenrendite von 6,27 % als durchaus nachgefragte Weininvestition.
Gut zu wissen: Anders als beim direkten Weinkauf bieten die Aktien keinen zuverlässigen Krisenschutz. Mit den Wertpapieren setzen wir uns den Auf- und Abbewegungen der Märkte voll aus, da es sich hier um Luxusgüter handelt. Mehr dazu erfährst du in unserem Video “Diese Luxusgüter-Aktien jetzt kaufen?”
Weinfonds
Zahlreiche Weinfonds und ähnliche Dienstleister bieten ein professionell gemanagtes Weininvestment an. Leider sind diese Angebote mit einigen erheblichen Nachteilen behaftet:
- Du kannst das Investment nicht an deine Bedürfnisse anpassen
- Du bist nicht Besitzer der Weine und profitierst somit auch nicht vom steuerfreien Wiederverkauf
- Weinpreise sind nicht an zentralisierten Börsen einsehbar. In der Vergangenheit haben einige Fonds bei der Bewertung ihrer Weine maßlos übertrieben und so für erhebliche Schäden bei den Anlegern gesorgt.
- Die Volumina sind zu klein und sorgen für Liquiditätsprobleme.
Generell haben Weinfonds die gleichen Risiken wie andere Fondsangebote. Der Vintage Wine Fund, einst einer der ältesten Wein-Fonds Europas, der auf seinem Höhepunkt 2008 ein Vermögen von etwa 110 Mio. Euro verwaltete, musste 2013 abgewickelt werden, als nach schwacher Performance die Anleger massiv ihr Kapital abzogen.
Nicht besser erging es Investoren des einst weltweit größten registrierten Weinfonds Nobles Crus. Nachdem die Fondsmanager zugegeben hatten, dass sie nicht über genügend Bargeld verfügten, um Rücknahmen zu erfüllen, mussten sie auf Druck der luxemburgischen Finanzaufsicht die Anleger daran hindern, ihr Geld abzuziehen. Zudem wurde bei der Bewertung eigener Weininvestitionen (im Quervergleich mit Liv-ex-Marktpreisen) maßlos übertrieben.
Fazit: Weininvestments als spannende Portfoliobeimischung
Spitzenweine sind eine interessante Investmentklasse, die Anlegern besondere Vor- und Nachteile bietet. Als gefragte Sachwerte zeigen sie höhere Krisenfestigkeit als Aktien und andere volatile Assets. Die Möglichkeit eines steuerfreien Verkaufs nach einem Jahr Haltedauer macht den Einstieg zusätzlich spannend.
Gleichzeitig ist eine attraktive Rendite möglich: Eine längere Korrekturphase scheint in 2025 zu Ende gegangen zu sein und weckt Hoffnungen auf starke Zugewinne in der nahen Zukunft. Langfristig orientierte Investoren haben mit Wein als Wertanlage in vielen Fällen zweistellige Jahresrenditen erzielt.
Weininvestments kommen aber auch mit eigenen Herausforderungen daher: Der Kauf muss über bekannte Auktionshäuser oder Händler erfolgen und erfordert – je nach Weingut und Jahrgang – einiges an Kapital. Eine zentrale Börse mit zuverlässigen Preisen sucht man ebenfalls vergeblich.
Du solltest daher idealerweise ein Interesse für Premiumweine mitbringen und dich selbst in die Materie einarbeiten. Hast du die richtige Flasche erworben, ist zudem die korrekte Lagerung äußerst wichtig. Gemeinsam mit dem Herkunftsnachweis sorgt sie dafür, dass dein Weininvestment langfristig seinen Wert behält oder sogar noch steigt.
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FAQ – Häufig gestellte Fragen
Hochwertige Weine können sinnvolle Investments zur Erweiterung des eigenen Portfolios darstellen. Ihre Preise können steigen oder fallen und so für Gewinne oder Verluste sorgen. Gleichzeitig gelten sie als Krisensicher und sind vom Aktienmarkt weitgehend unabhängig.
Die Preisentwicklung hängt von der Anbauregion, dem Weingut, Jahrgang und der Meinung von Weinexperten ab. Flaschen aus Bordeaux haben in den letzten Jahren eher schlecht performed, während die Champagne gut abschnitt.
Es gibt keine garantierte Wertsteigerung – selbst die berühmten Weine aus Bordeaux schnitten zuletzt eher schlecht ab. Zuletzt stellten Champagner, insbesondere die hervorragenden Jahrgänge 2002 und 2008, eine sehr gute Investition dar.
Weine als Wertanlage zählen zu den Konsumgütern und können einen Steuervorteil bieten. Für Privatpersonen (nicht aber gewerbliche Händler!) bleiben Verkaufsgewinne steuerfrei, wenn das Weininvestment zuvor mindestens 12 Monate (Spekulationsfrist) gehalten wurde.


