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Politische Börsen haben kurze Beine – stimmt’s?

27. November 2018

„Politische Börsen haben kurze Beine“ lautet eine bekannte Börsenweisheit. Gemeint ist damit, dass politische Börsen nur eine vorübergehende Auswirkung auf die Aktienkurse haben und sich in kurzer Zeit wieder gefangen haben. Ob das stimmt, klären wir im diesem Blogbeitrag.

 

Politische Börsen – ihre Auswirkungen

Überlegen wir uns zuerst was eine Wahl für ein Volk und dessen Wirtschaft heißt: Unsicherheit. Und mögen Börsen Unsicherheit? Nein – deswegen sichern sich Händler oftmals im Vorfeld vor politischen Entscheidungen ab. Dies geschieht meist mit Optionen. In Folge der steigenden Nachfrage nach Optionen steigt die implizite Volatilität an und die Optionen werden „teurer“. Exemplarisch hierfür die Präsidentschaftswahlen in Frankreich am 23. April 2017:

Der EVZ-Index, welcher die Volatilität im EUR/USD-Währungspaar wiedergibt, stieg aufgrund politischer Unsicherheit zur Wahl hin immer weiter an. Als das Wahlergebnis bekannt war, fiel die Volatilität in sich zusammen.

Politische Börsen EVZ

 

Den Effekt von zusammenfallender Volatilität nach Wahlentscheidungen können Optionshändler sehr gut nutzen, indem vor Wahlen extrem teure Optionen verkauft werden. Zum Schutz vor Black-Swan-Ereignissen bietet sich der Verkauf von Spreads an. Schauen wir uns weitere Beispiele an:

 

BREXIT-Entscheidung vom 24.06.2016:

Nach Bekanntgabe der Entscheidung vor Börseneröffnung am 24.06.2016 öffnete der DAX ca. 10% tiefer.

Politische Börsen DAX BREXIT

Der US-Markt (S&P 500) fiel nach Bekanntgabe der Entscheidung ebenfalls:

Politische Börsen SPX BREXIT

Der 24.06.2016 war ein Freitag. Auch nach dem Wochenende eröffnete der S&P 500 tiefrot – pünktlich zum Turnaround Tuesday stiegen die Kurse binnen weniger Tage wieder auf das Einstandsniveau von vor der BREXIT-Entscheidung. Betrachten wir hierzu den Volatilitätsindex des S&P 500, den VIX.

Politische Börsen VIX BREXIT

Dieser markierte das Hoch kurz nach der Entscheidung und fiel dann innerhalb weniger Tage zusammen (Mean-Reversion-Effekt). Nachfolgend weitere Beispiele:

 

Trump-Wahl vom 08.11.2016

S&P 500 nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses mit der „Trump-Rally“:

Politische Börsen Trump SPX

Die Volatilität (VIX) fiel nach der Wahl in sich zusammen:

Politische Börsen Trump VIX

 

Wahlen in Brasilien 2018:

Zur Wahl hin stieg die implizite Volatilität aufgrund der Unsicherheit des Wahlausgangs immer weiter an. Nach der Wahl fiel diese sehr stark. (Hier am Beispiel des Brasilien-ETF EWZ):

Politische Börsen EWZ

 

Parlamentswahlen in Italien 2018:

Politische Börsen Italien

In diesen Beispielen hätte ein Verkaufen von Puts sehr gut funktioniert, betrachten wir uns Wahlen mit längeren Auswirkungen:

 

Wiederwahl Obama 2012:

Nach der Wiederwahl von Obama im Jahr 2012 fiel der S&P 500 noch ca. eine Woche lang.

Politische Börsen Wiederwahl von Obama

 

Interessant ist aber, dass der VIX (trotz fallendem S&P 500) in der Zeit nach der Wahl ebenfalls fiel. Zu diesem Effekt haben wir bereits einen Blogartikel geschrieben, ihr findet ihn hier. Dies hätte dazu geführt, dass die verkauften Puts nicht stark unter Druck gekommen wären.

 

Wahl von Obama 2008:

Politische Börsen Wahl von Obama SPX

Zu seiner ersten Wahl als US-Präsident hätte der politische Effekt überhaupt nicht funktioniert. Es war aber auch die Höchstzeit der Finanzkrise 2008/09.

Passend dazu der VIX:

Politische Börsen Wiederwahl von Obama VIX

 

Fazit:

Politische Börsen lassen sich durchaus nutzen. Optionsverkäufer profitieren häufig von zusammenfallender Volatilität direkt nach der Wahl. Kommt es direkt nach der Wahl zu Kursverlusten sind diese oftmals sehr schnell wieder aufgeholt. Also cool bleiben und „stillhalten“. Kleiner Wermutstropfen am Rande: Wahlen in Togo, Antigua, Sierra-Leone lassen sich schwer mit Optionen umsetzen – Ein paar Möglichkeiten gibt es aber pro Jahr und diese können wir auch nutzen.

 

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Autor: Alexander Eichhorn
Kategorien: Markteinschätzung, Optionen, Volatilität
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